Heimdialyse - Dialyse zu Hause

Viele Patienten empfinden es als Vorteil, die Dialyse in der eigenen, gewohnten Umgebung durchführen zu können. Insbesondere für Berufstätige bietet die Heimdialyse durch frei wählbare Behandlungszeiten eine bedenkenswerte Möglichkeit zur guten medizinischen und sozialen Rehabilitation. Eine deutliche Zeitersparnis ergibt sich durch Wegfall von An- und Abfahrt in ein behandelndes Dialysezentrum.

Grundsätzlich können die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) als auch die Hämodialyse (als Heimhämodialyse) zu Hause erfolgen.

Das Praktizieren der Heimdialyse ist jedoch bei beiden Verfahren mit einigen Voraussetzungen verbunden. So übernimmt der Heimdialysepatient eine größere Verantwortung, denn er ist für den korrekten Ablauf der Dialyse mit verantwortlich. Er muss in der Lage sein, die Behandlung gemäß den Anweisungen des Arztes korrekt auszuüben.

Darüber hinaus sollte der Patient zu Hause über einen geeigneten Behandlungsplatz als auch über Lagermöglichkeiten für das Dialysematerial verfügen. Arzt und Behandlungsteam prüfen gemeinsam mit dem Patienten im Vorfeld, ob alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Durchführung einer Heimdialyse gegeben sind.

Ist die Entscheidung zugunsten der Heimdialyse gefallen, wird der Patient durch Ärzte und Pflegekräfte des betreuenden Zentrums in der Ausübung des entsprechenden Verfahrens intensiv geschult. Und sollten doch einmal Probleme auftreten, sind Pflegepersonal und Ärzte für den Betroffenen telefonisch immer erreichbar; auch eine umgehende technische Notfallversorgung ist gewährleistet.

Heimhämodialyse (HHD)

Bei der Heimhämodialyse führt der Patient die Dialysebehandlung mit dem Dialysegerät zu Hause drei- bis sechsmal wöchentlich selbstständig durch. Hierbei kann er auch von einer Hilfsperson – in der Regel dem Lebenspartner – unterstützt werden.

Für die Durchführung der Heimhämodialyse muss der Patient, der einen stabilen medizinischen Zustand aufweisen sollte, in einem Trainings­­­­­­­zentrum ggf. mit seinem Partner ambulant geschult werden. Die Trainingszeit beträgt in der Regel mindestens drei Monate. Dabei wird er mit allen nötigen Handgriffen sowie mit der technischen Funktionsweise des Gerätes vertraut gemacht. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf dem Punktieren des Shunts sowie dem An- und Abschließen des Dialyse­kreislaufs. Auch die Beherrschung möglicher, unvorhergesehener Zwischenfälle wird trainiert.

Sollte keine Hilfsperson zu Verfügung stehen, bieten einige Trainings­zentren des KfH auch die Möglichkeit der Ausbildung zur partnerlosen, täglichen Heimdialyse (DHHD) an.

Eine wichtige Voraussetzung für die Heimhämodialyse ist die Bereitstellung geeigneter Räumlichkeiten. Die Wohnung des Patienten sollte über ausreichend Platz verfügen, in dem das Dialysegerät aufgestellt werden kann, bestenfalls in einem separaten Raum. Ein Anschluss für sanitäre und elektrische Installationen ist erforderlich und wird ggf. von unseren Technikern neu installiert. Zusätzlich wird ein wohltemperierter und trockener Lagerraum benötigt, in dem die Verbrauchsmaterialien für vier bis sechs Wochen gelagert werden können. Das KfH organisiert und übernimmt die Kosten für die in der Wohnung erforderlichen Maßnahmen.

Das notwendige Behandlungsmaterial wird dem Patienten durch das KfH nach Hause geliefert. Darüber hinaus unterstützt es den Patienten bei der Entsorgung des Abfalls und gewährt einen finanziellen Zuschuss für seine Auslagen bei der Heimbehandlung.

Die Betreuung der Heimdialysepatienten des KfH wird durch regelmäßige Hausbesuche des Behandlungsteams sowie Kontrollen der Dialysegeräte durch eigene Techniker komplettiert.

weiterlesen

Peritonealdialyse (PD)

Ein weiteres gängiges Heimdialyseverfahren stellt die Peritonealdialyse, auch Bauchfelldialyse genannt, dar. Im Gegensatz zur Hämodialyse findet die Blutwäsche nicht mit Hilfe eines Dialysegeräts außerhalb des Organismus statt, sondern das Bauchfell des Patienten, das so genannte Peritoneum, übernimmt die Filterfunktion. Dafür wird über einen in den Bauchraum eingebrachten PD-Katheter routinemäßig 4mal täglich eine sterile Spüllösung (Dialysierlösung) eingefüllt, die nach einer Verweilzeit von vier bis sechs Stunden wieder abgelassen wird. Die Behandlung wird kontinuierlich über 24 Stunden täglich (CAPD = continuierliche ambulante Peritonealdialyse) durchgeführt.

Dafür ist nur ein vergleichsweise geringer technischer Aufwand notwendig, eine medizinische Überwachung der Beutelwechsel nicht erforderlich. Deshalb eignet sich dieses Dialyseverfahren besonders gut für die eigenverantwortliche Durchführung zu Hause.

Nach Anlage des PD-Katheters wird der Patient über zwei bis drei Wochen - stationär oder ambulant - trainiert, bis er die Handhabung sicher be­herrscht und die Dialyse problemlos selbstständig durchführen kann. Ein wesentlicher Punkt der Ausbildung ist die hygienisch korrekte Arbeitsweise, damit es nicht zu Infektionen der Bauchhöhle oder an der Katheter­austrittstelle kommt.

Das notwendige Behandlungsmaterial wird dem Patienten durch das KfH nach Hause geliefert. Darüber hinaus unterstützt es den Patienten bei der Entsorgung des Abfalls und gewährt einen finanziellen Zuschuss für seine Auslagen bei der Heimbehandlung.

Eine Variante des Verfahrens stellt die apparative Peritonealdialyse (APD) dar. Sie ist eine maschinell unterstützte Form der PD, wobei der Wechsel der Dialysierlösung automatisch durchgeführt wird. Dies erfolgt in der Regel ausschließlich über Nacht.

Das KfH-Behandlungsteam steht bei sämtlichen Problemen der Peritoneal­dialysebehandlung rund um die Uhr beratend zur Seite.

weiterlesen


Weitere Informationen zu diesen und weiteren Verfahren der Nieren­ersatztherapie sowie zum Thema Heimdialyse finden Sie unter:

Für Patienten
  • KfH-Zentren
  • Für Patienten
  • Über das KfH
  • Arbeiten im KfH
  • Presse
  • Infomaterial
Zentren bundesweit
  • Nierenzentren
  • MVZ
Zentren in Ihrer Nähe
  • Sprechstunden
  • Heimdialyse
  • Dialyse
  • Kindernephrologie
  • Transferprogramm
    endlich erwachsen
  • Sozialberatung
Schnellsuche KfH-Zentren

Nutzen Sie die obige Suchfunktion oder besuchen Sie unsere Standortkarte.

zur Standortkarte

Ein wahres Multitalent