Mit 53 Jahren führte eine Blutvergiftung bei Günter Korzen zu einem Nierenversagen und er war auf die regelmäßige Dialysebehandlung angewiesen. Anstelle der dreimal wöchentlichen Dialyse in einem Dialysezentrum, entschied er sich für die Dialyse zu Hause und ließ sich im KfH-Nierenzentrum am Petrus-Krankenhaus für die Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) trainieren, die er jeweils über Nacht selbständig durchführte. So konnte er sogar seinen Beruf als selbständiger Handelsvertreter weiter ausüben. Die Notwendigkeit der regelmäßigen Behandlung blieb jedoch, so dass Korzen froh war, als seine Nierenwerte nach zwei Jahren wieder besser wurden und er auf die Dialyse verzichten konnte. Gut vier Jahre später allerdings versagten die lebenswichtigen Organe erneut. Als klar war, dass er dauerhaft auf die Dialyse angewiesen sein würde, entschied seine Frau sich, ihm eine Niere zu spenden. „Seit der Transplantation im Jahr 2015 kann ich endlich wieder fast ohne Einschränkungen leben“, freut sich der 71-Jährige.
Heute geht Korzen nur noch alle 8 bis 10 Wochen zu den Nachsorgeuntersuchungen in das KfH-Nierenzentrum Wuppertal zu seinem behandelnden Arzt Dr. med. Thomas Wullhorst. „Die Nierentransplantation ist in der Regel die bessere Nierenersatztherapie, denn sie führt meist zu weniger Folgeerkrankungen und bedeutet für die Patientinnen und Patienten eine höhere Lebenserwartung und ein Plus an Lebensqualität“, weiß der Facharzt für Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Die Wartezeit auf eine postmortal gespendete Niere liege in Deutschland im Durchschnitt bei acht Jahren, sofern man keine Möglichkeit für eine Lebendspende habe. Immerhin, so Wullhorst, könne mit der Dialyse die lange Wartezeit auf eine Spenderniere überbrückt werden. Von 8.202 Menschen auf der Warteliste für eine Organtransplantation hofften im vergangenen Jahr 6.237 auf eine Spenderniere. „Um mehr Transplantationen zu ermöglichen, ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen eine Entscheidung zur Organspende treffen“, betont der Arzt.
Positive Entwicklung bei der Nierentransplantation
Die aktuellen Zahlen aus dem Jahresbericht 2025 der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zeigen eine ermutigende Entwicklung: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 2.266 Nieren transplantiert – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 2.075 Nierentransplantationen im Jahr 2024. Die Niere bleibt das mit Abstand am häufigsten transplantierte Organ. 1.594 der transplantierten Nieren stammen aus postmortalen Spenden, 672 aus Lebendspenden. Der Anteil der KfH-Patientinnen und Patienten an den bundesweiten Nierentransplantationen lag 2025 bei 23,5 Prozent.
KfH spricht sich für die Widerspruchslösung aus
Die aktuelle Debatte im Deutschen Bundestag, in der eine fraktionsübergreifende Gruppe einen Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung vorgestellt hat, während eine zweite Gruppe auf die Stärkung der Freiwilligkeit setzt, zeigt: Das Thema Organspende bewegt die Gesellschaft. Das KfH begrüßt den Gesetzentwurf ausdrücklich, denn für Patientinnen und Patienten bedeutet eine erfolgreiche Transplantation die Rückkehr zu einem selbstbestimmten Leben.

