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Tag der Organspende: Mit neuer Niere seit über 10 Jahren ein Leben fast ohne Einschränkungen

| Neu-Isenburg / Wuppertal

Am ersten Samstag im Juni findet der Tag der Organspende statt – in diesem Jahr am 6. Juni. Für das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. ist dieser Tag von besonderer Bedeutung: Als größter Anbieter von Nierenersatztherapie in Deutschland weiß das KfH, was eine Transplantation für Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz bedeutet. Günter Korzen aus dem KfH-Nierenzentrum Wuppertal in der Carnaper Straße erhielt 2015 eine Niere seiner Ehefrau: Seitdem kann er fast ohne Einschränkungen leben.

Mit 53 Jahren führte eine Blutvergiftung bei Günter Korzen zu einem Nierenversagen und er war auf die regelmäßige Dialysebehandlung angewiesen. Anstelle der dreimal wöchentlichen Dialyse in einem Dialysezentrum, entschied er sich für die Dialyse zu Hause und ließ sich im KfH-Nierenzentrum am Petrus-Krankenhaus für die Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) trainieren, die er jeweils über Nacht selbständig durchführte. So konnte er sogar seinen Beruf als selbständiger Handelsvertreter weiter ausüben. Die Notwendigkeit der regelmäßigen Behandlung blieb jedoch, so dass Korzen froh war, als seine Nierenwerte nach zwei Jahren wieder besser wurden und er auf die Dialyse verzichten konnte. Gut vier Jahre später allerdings versagten die lebenswichtigen Organe erneut. Als klar war, dass er dauerhaft auf die Dialyse angewiesen sein würde, entschied seine Frau sich, ihm eine Niere zu spenden. „Seit der Transplantation im Jahr 2015 kann ich endlich wieder fast ohne Einschränkungen leben“, freut sich der 71-Jährige. 

Heute geht Korzen nur noch alle 8 bis 10 Wochen zu den Nachsorgeuntersuchungen in das KfH-Nierenzentrum Wuppertal zu seinem behandelnden Arzt Dr. med. Thomas Wullhorst. „Die Nierentransplantation ist in der Regel die bessere Nierenersatztherapie, denn sie führt meist zu weniger Folgeerkrankungen und bedeutet für die Patientinnen und Patienten eine höhere Lebenserwartung und ein Plus an Lebensqualität“, weiß der Facharzt für Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Die Wartezeit auf eine postmortal gespendete Niere liege in Deutschland im Durchschnitt bei acht Jahren, sofern man keine Möglichkeit für eine Lebendspende habe. Immerhin, so Wullhorst, könne mit der Dialyse die lange Wartezeit auf eine Spenderniere überbrückt werden. Von 8.202 Menschen auf der Warteliste für eine Organtransplantation hofften im vergangenen Jahr 6.237 auf eine Spenderniere. „Um mehr Transplantationen zu ermöglichen, ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen eine Entscheidung zur Organspende treffen“, betont der Arzt.

Positive Entwicklung bei der Nierentransplantation 

Die aktuellen Zahlen aus dem Jahresbericht 2025 der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zeigen eine ermutigende Entwicklung: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 2.266 Nieren transplantiert – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 2.075 Nierentransplantationen im Jahr 2024. Die Niere bleibt das mit Abstand am häufigsten transplantierte Organ. 1.594 der transplantierten Nieren stammen aus postmortalen Spenden, 672 aus Lebendspenden. Der Anteil der KfH-Patientinnen und Patienten an den bundesweiten Nierentransplantationen lag 2025 bei 23,5 Prozent.

KfH spricht sich für die Widerspruchslösung aus

Die aktuelle Debatte im Deutschen Bundestag, in der eine fraktionsübergreifende Gruppe einen Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung vorgestellt hat, während eine zweite Gruppe auf die Stärkung der Freiwilligkeit setzt, zeigt: Das Thema Organspende bewegt die Gesellschaft. Das KfH begrüßt den Gesetzentwurf ausdrücklich, denn für Patientinnen und Patienten bedeutet eine erfolgreiche Transplantation die Rückkehr zu einem selbstbestimmten Leben.

Hintergrundinformationen

Das KfH-Nierenzentrum am Petrus Krankenhaus Wuppertal sorgt seit 45 Jahren für die umfassende fachärztliche Versorgung nierenkranker Menschen. In der nephrologischen Sprechstunde wird die Diagnostik und Behandlung des gesamten Spektrums an Nierenerkrankungen sichergestellt. Schwerpunkte sind die Prävention und Früherkennung von Nierenerkrankungen sowie möglicher Folgeerkrankungen und die Nachbetreuung nach einer Nierentransplantation. Sofern eine Dialyse erforderlich ist, bietet das KfH-Nierenzentrum alle Dialyseverfahren (Hämodialyse und Peritonealdialyse); die Behandlung wird sowohl zu Hause als auch im KfH-Zentrum ermöglicht.

Das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. – Träger des KfH-Nierenzentrums – wurde im Jahr 1969 gegründet und hat sich vom Wegbereiter für eine flächendeckende Dialyseversorgung zum nephrologischen Gesamtversorger entwickelt, der eine umfassende und qualitativ hochwertige Versorgung nierenkranker Patientinnen und Patienten bietet. In rund 200 KfH-Zentren werden etwa 17.400 Dialysepatientinnen und -patienten sowie aktuell mehr als 80.000 Sprechstundenpatientinnen und -patienten umfassend behandelt.

Pressebilder

Günter Korzen ist dankbar für die Nierenspende seiner Frau, denn seitdem führt er ein Leben fast ohne Einschränkungen. Foto: privat.