Als Heiko Lauer 17 Jahre alt war, wurden bei der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung für seine Ausbildung so genannte „Schrumpfnieren“ festgestellt – durch Vernarbungen verkleinerte Nieren mit eingeschränkter Leistung. Fünf Jahre später war der Funktionsverlust so groß, dass er auf die Dialyse angewiesen war. Da er wegen der Erkrankung seinen Beruf als Kunststoffschlosser nicht mehr ausüben konnte, begann er neben der zeitaufwändigen Dialysebehandlung eine zweite Ausbildung als Industriekaufmann; dafür wechselte er die Dialyseschicht und ging dreimal wöchentlich abends für mehrere Stunden in das KfH-Nierenzentrum Ludwigshafen. Bis heute ist er im kaufmännischen Bereich in der Energiebranche tätig, mittlerweile als Abteilungsleiter. Im März 2001 erhielt Heiko Lauer nach acht Jahren Wartezeit eine passende Spenderniere, eine so genannte „Full-House-Niere“, bei der nahezu alle Gewebemerkmale zwischen Spender und Empfänger übereinstimmen. Zwei Wochen nach der Transplantation habe er das Krankenhaus schon wieder verlassen können, erinnert sich der heute 55-Jährige. „Ich versuche, immer das Positive auch im Negativen zu sehen und bin unendlich dankbar, mit der Spenderniere nun seit 25 Jahren ein fast normales Leben führen zu können“, erzählt Heiko Lauer. Er geht heute nur noch alle 12 Wochen zu den Nachsorgeuntersuchungen in das KfH-Nierenzentrum Ludwigshafen.
„Die Nierentransplantation ist in der Regel die bessere Nierenersatztherapie, denn sie führt meist zu weniger Folgeerkrankungen und bedeutet für die Patientinnen und Patienten daher eine höhere Lebenserwartung und vor allem ein Plus an Lebensqualität“, weiß Prof. Dr. med. Ingeborg Hauser, leitende Ärztin des KfH-Nierenzentrums Ludwigshafen. Die Wartezeit auf eine postmortal gespendete Niere liege in Deutschland im Durchschnitt bei acht Jahren. Immerhin, so die Fachärztin für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, könne mit der Dialyse die lange Wartezeit auf eine Spenderniere überbrückt werden. Von 8.202 Menschen auf der Warteliste für eine Organtransplantation hofften im vergangenen Jahr 6.237 auf eine Spenderniere. „Um mehr Transplantationen zu ermöglichen, ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen eine Entscheidung zur Organspende treffen“, betont Hauser.
Positive Entwicklung bei der Nierentransplantation
Die aktuellen Zahlen aus dem Jahresbericht 2025 der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zeigen eine ermutigende Entwicklung: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 2.266 Nieren transplantiert – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 2.075 Nierentransplantationen im Jahr 2024. Die Niere bleibt das mit Abstand am häufigsten transplantierte Organ. 1.594 der transplantierten Nieren stammen aus postmortalen Spenden, 672 aus Lebendspenden. Der Anteil der KfH-Patientinnen und Patienten an den bundesweiten Nierentransplantationen lag 2025 bei 23,5 Prozent.
KfH spricht sich für die Widerspruchslösung aus
Die aktuelle Debatte im Deutschen Bundestag, in der eine fraktionsübergreifende Gruppe einen Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung vorgestellt hat, während eine zweite Gruppe auf die Stärkung der Freiwilligkeit setzt, zeigt: Das Thema Organspende bewegt die Gesellschaft. Das KfH begrüßt den Gesetzentwurf ausdrücklich, denn für Patientinnen und Patienten bedeutet eine erfolgreiche Transplantation die Rückkehr zu einem selbstbestimmten Leben.

