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Tag der Organspende: „Ich fühle mich wieder frei seit der Nierentransplantation!“

| Neu-Isenburg / Berlin

Am ersten Samstag im Juni findet der Tag der Organspende statt – in diesem Jahr am 6. Juni. Für das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. ist dieser Tag von besonderer Bedeutung: Als größter Anbieter von Nierenersatztherapie in Deutschland weiß das KfH, was eine Transplantation für Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz bedeutet. Anja Fröhlich aus dem KfH-Nierenzentrum Berlin-Köpenick erhielt 2020 eine Niere ihres Ehemannes und kann seitdem ohne die starken Belastungen ihrer Nierenerkrankung leben.

 

Als Anja Fröhlich 27 Jahre alt war, wurde bei ihr eine erblich bedingte Erkrankung der Nierenkörperchen festgestellt. Im Laufe der folgenden 12 Jahre ließ die Funktion der Nieren immer weiter nach: Blutdruckschwankungen, Wassereinlagerungen und Übelkeit belasteten die junge Frau immer stärker und im August 2019 musste sie an die Dialyse. Da die Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie schon vorher absehbar war, hatte ihr Ehemann bereits abklären lassen, dass er als Nierenspender infrage kommt. So war es möglich, dass Anja Fröhlich schon nach einem halben Jahr an der Dialyse transplantiert werden konnte. Auch wenn durch die unterschiedlichen Blutgruppen von ihr und ihrem Mann eine starke medikamentöse Unterdrückung des eigenen Immunsystems nötig ist, um eine Abstoßung der Spenderniere zu verhindern, geht es der heute 47-Jährigen deutlich besser: „Ich fühle mich frei und leicht, habe keine Übelkeit und keine Angstzustände mehr“. Die gelernte Physiotherapeutin und Heilpraktikerin arbeitet sogar stundenweise in ihrem körperlich anstrengenden Beruf. „Ich habe immer versucht, mich auf das Leben zu fokussieren und nicht auf die Krankheit. Das hat mir geholfen, durchzuhalten“, erzählt Anja Fröhlich.

Heute geht Anja Fröhlich nur alle drei Wochen zur Nachsorgeuntersuchung zu ihrer behandelnden Ärztin Dr. med. Kathrin Biolik in das KfH-Nierenzentrum Berlin-Köpenick. „Die Nierentransplantation ist in der Regel die bessere Nierenersatztherapie, denn sie führt meist zu weniger Folgeerkrankungen und bedeutet für die Patientinnen und Patienten eine höhere Lebenserwartung und ein Plus an Lebensqualität“, weiß die Fachärztin für Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Die Wartezeit auf eine postmortal gespendete Niere liege in Deutschland im Durchschnitt bei acht Jahren, sofern man keine Möglichkeit für eine Lebendspende habe. Immerhin, so Biolik, könne mit der Dialyse die lange Wartezeit auf eine Spenderniere überbrückt werden. Von 8.202 Menschen auf der Warteliste für eine Organtransplantation hofften im vergangenen Jahr 6.237 auf eine Spenderniere. „Um mehr Transplantationen zu ermöglichen, ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen eine Entscheidung zur Organspende treffen“, betont die Ärztin.

Positive Entwicklung bei der Nierentransplantation 

Die aktuellen Zahlen aus dem Jahresbericht 2025 der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zeigen eine ermutigende Entwicklung: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 2.266 Nieren transplantiert – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 2.075 Nierentransplantationen im Jahr 2024. Die Niere bleibt das mit Abstand am häufigsten transplantierte Organ. 1.594 der transplantierten Nieren stammen aus postmortalen Spenden, 672 aus Lebendspenden. Der Anteil der KfH-Patientinnen und Patienten an den bundesweiten Nierentransplantationen lag 2025 bei 23,5 Prozent.

KfH spricht sich für die Widerspruchslösung aus

Die aktuelle Debatte im Deutschen Bundestag, in der eine fraktionsübergreifende Gruppe einen Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung vorgestellt hat, während eine zweite Gruppe auf die Stärkung der Freiwilligkeit setzt, zeigt: Das Thema Organspende bewegt die Gesellschaft. Das KfH begrüßt den Gesetzentwurf ausdrücklich, denn für Patientinnen und Patienten bedeutet eine erfolgreiche Transplantation die Rückkehr zu einem selbstbestimmten Leben. 

Hintergrundinformationen

Das KfH-Nierenzentrum Berlin-Köpenick sorgt seit fast 35 Jahren für die umfassende fachärztliche Versorgung nierenkranker Menschen. In der nephrologischen Sprechstunde wird die Diagnostik und Behandlung des gesamten Spektrums an Nierenerkrankungen sichergestellt. Schwerpunkte sind die Prävention und Früherkennung von Nierenerkrankungen sowie möglicher Folgeerkrankungen und die Nachbetreuung nach einer Nierentransplantation. Sofern eine Dialyse erforderlich ist, bietet das KfH-Nierenzentrum alle Dialyseverfahren (Hämodialyse und Peritonealdialyse); die Behandlung wird sowohl zu Hause als auch im KfH-Zentrum ermöglicht.

Das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. – Träger des KfH-Nierenzentrums – wurde im Jahr 1969 gegründet und hat sich vom Wegbereiter für eine flächendeckende Dialyseversorgung zum nephrologischen Gesamtversorger entwickelt, der eine umfassende und qualitativ hochwertige Versorgung nierenkranker Patientinnen und Patienten bietet. In rund 200 KfH-Zentren werden etwa 17.400 Dialysepatientinnen und -patienten sowie aktuell mehr als 80.000 Sprechstundenpatientinnen und -patienten umfassend behandelt.

Pressebilder

Anja Fröhlich ist dankbar für die Nierenspende ihres Ehemannes Thomas und kann seit der Transplantation wieder ein fast normales Leben führen. Foto: privat.