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Tag der Organspende: „Ich freue mich auf mein Leben mit neuer Niere!“

| Neu-Isenburg / Wesel

Am ersten Samstag im Juni findet der Tag der Organspende statt – in diesem Jahr am 6. Juni. Für das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. ist dieser Tag von besonderer Bedeutung: Als größter Anbieter von Nierenersatztherapie in Deutschland weiß das KfH, was eine Transplantation für Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz bedeutet. Maik Tücking aus dem KfH-Nierenzentrum Wesel erhielt im Februar 2026 die Niere eines verstorbenen Organspenders – für den 49-Jährigen bedeutet das vor allem deutlich mehr Lebensqualität.

Eine Autoimmunkrankheit der kleinen Blutgefäße führte dazu, dass 2015 auch die Kleinstgefäße in den Nieren von Maik Tücking in Mitleidenschaft gezogen wurden. Knapp zwei Jahre später war die Nierenfunktion so beeinträchtigt, dass er auf die Dialyse angewiesen war. Nach neun Jahren Wartezeit erhielt er im Februar dieses Jahres dank Organspende eines verstorbenen Menschen eine passende Spenderniere. So kurz nach der Transplantation muss Maik Tücking zwar noch alle zwei Wochen ins KfH-Nierenzentrum Wesel zur Nachsorgeuntersuchung, aber immerhin nicht mehr dreimal wöchentlich zur mehrstündigen Dialysebehandlung. „Das ist ein deutlicher Gewinn an Zeit und Lebensqualität. Und auch die rigiden Ernährungs- und Trinkvorgaben sind nun Geschichte“, berichtet Tücking. Sein Körper erhole sich zunehmend von der kräftezehrenden Dialyse und auch Zukunftsplanungen seien langsam wieder möglich „Meine Frau und ich wollen den Maas-Radweg gemeinsam fahren. Daran war mit der regelmäßigen Dialysebehandlung nicht zu denken. Jetzt planen wir eine vier- bis fünftägige Radtour“, freut sich Maik Tücking.

„Die Nierentransplantation ist in der Regel die bessere Nierenersatztherapie, denn sie führt meist zu weniger Folgeerkrankungen und bedeutet für die Patientinnen und Patienten eine höhere Lebenserwartung und ein Plus an Lebensqualität“, weiß Dr. med. Yasemin Sirin, stellvertretend leitende Ärztin des KfH-Nierenzentrums Wesel. Die Wartezeit auf eine postmortal gespendete Niere liege in Deutschland im Durchschnitt bei acht Jahren, sofern man keine Möglichkeit für eine Lebendspende habe. Immerhin, so Sirin, könne mit der Dialyse die lange Wartezeit auf eine Spenderniere überbrückt werden. Von 8.202 Menschen auf der Warteliste für eine Organtransplantation hofften im vergangenen Jahr 6.237 auf eine Spenderniere. „Um mehr Transplantationen zu ermöglichen, ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen eine Entscheidung zur Organspende treffen“, betont die Ärztin.

Positive Entwicklung bei der Nierentransplantation 

Die aktuellen Zahlen aus dem Jahresbericht 2025 der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zeigen eine ermutigende Entwicklung: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 2.266 Nieren transplantiert – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 2.075 Nierentransplantationen im Jahr 2024. Die Niere bleibt das mit Abstand am häufigsten transplantierte Organ. 1.594 der transplantierten Nieren stammen aus postmortalen Spenden, 672 aus Lebendspenden. Der Anteil der KfH-Patientinnen und Patienten an den bundesweiten Nierentransplantationen lag 2025 bei 23,5 Prozent.

KfH spricht sich für die Widerspruchslösung aus

Die aktuelle Debatte im Deutschen Bundestag, in der eine fraktionsübergreifende Gruppe einen Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung vorgestellt hat, während eine zweite Gruppe auf die Stärkung der Freiwilligkeit setzt, zeigt: Das Thema Organspende bewegt die Gesellschaft. Das KfH begrüßt den Gesetzentwurf ausdrücklich, denn für Patientinnen und Patienten bedeutet eine erfolgreiche Transplantation die Rückkehr zu einem selbstbestimmten Leben.

Hintergrundinformationen

Das KfH-Nierenzentrum Wesel sorgt seit mehr als 40 Jahren für die umfassende fachärztliche Versorgung nierenkranker Menschen. In der nephrologischen Sprechstunde wird die Diagnostik und Behandlung des gesamten Spektrums an Nierenerkrankungen sichergestellt. Schwerpunkte sind die Prävention und Früherkennung von Nierenerkrankungen sowie möglicher Folgeerkrankungen und die Nachbetreuung nach einer Nierentransplantation. Sofern eine Dialyse erforderlich ist, bietet das KfH-Nierenzentrum alle Dialyseverfahren (Hämodialyse und Peritonealdialyse); die Behandlung wird sowohl zu Hause als auch im KfH-Zentrum ermöglicht.

Das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. – Träger des KfH-Nierenzentrums – wurde im Jahr 1969 gegründet und hat sich vom Wegbereiter für eine flächendeckende Dialyseversorgung zum nephrologischen Gesamtversorger entwickelt, der eine umfassende und qualitativ hochwertige Versorgung nierenkranker Patientinnen und Patienten bietet. In rund 200 KfH-Zentren werden etwa 17.400 Dialysepatientinnen und -patienten sowie aktuell mehr als 80.000 Sprechstundenpatientinnen und -patienten umfassend behandelt.

Pressebilder

Maik Tücking lebt seit Februar 2026 mit neuer Niere – dank der Bereitschaft eines Menschen zur Organspende nach dem Tod. Foto: privat.