Eine chronische Autoimmunkrankheit der Nierenkörperchen führte 1993 dazu, dass die Nieren von Stephan Nix versagten und er auf die Dialysebehandlung angewiesen war. Er hatte damals eine eigene Zimmerei und das sei schon eine harte Zeit gewesen, erinnert er sich. Aber er hatte das Glück, schon nach drei Jahren auf der Warteliste eine passende Spenderniere zu erhalten. Als der Anruf aus dem Transplantationszentrum kam, habe seine Familie ihn allerdings erst einmal auf der Baustelle suchen müssen, da er sein Telefon im Auto gelassen habe. Dennoch hat alles noch rechtzeitig geklappt und im März 1996 konnte Stephan Nix transplantiert werden. „Dank der Spenderniere kann ich wieder ein ganz normales Leben führen – ohne die vielen Einschränkungen beim Essen und Trinken“, freut sich der sich der heute 70-Jährige, der mittlerweile nur noch alle vier bis sechs Wochen in sein KfH-Nierenzentrum zur Transplantationsnachsorge geht.
Dr. med. Silke Hofbauer, leitende Ärztin im KfH-Nierenzentrum Bad Orb, betreut Stephan Nix seit fast 20 Jahren und freut sich mit ihrem Patienten darüber, dass es ihm so geht. Die Nierentransplantation sei in der Regel die bessere Nierenersatztherapie. „Sie führt meist zu weniger Folgeerkrankungen und bedeutet für die Patientinnen und Patienten eine höhere Lebenserwartung und ein Plus an Lebensqualität“, weiß die Fachärztin für Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Dass ein Spenderorgan über drei Jahrzehnte funktioniere, sei allerdings überdurchschnittlich lang. Die Wartezeit auf eine postmortal gespendete Niere liege in Deutschland im Durchschnitt bei acht Jahren. Immerhin, so Hofbauer, könne mit der Dialyse die lange Wartezeit auf eine Spenderniere überbrückt werden. Von 8.202 Menschen auf der Warteliste für eine Organtransplantation hofften im vergangenen Jahr 6.237 auf eine Spenderniere. „Um mehr Transplantationen zu ermöglichen, ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen eine Entscheidung zur Organspende treffen“, betont die Ärztin.
Positive Entwicklung bei der Nierentransplantation
Die aktuellen Zahlen aus dem Jahresbericht 2025 der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zeigen eine ermutigende Entwicklung: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 2.266 Nieren transplantiert – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 2.075 Nierentransplantationen im Jahr 2024. Die Niere bleibt das mit Abstand am häufigsten transplantierte Organ. 1.594 der transplantierten Nieren stammen aus postmortalen Spenden, 672 aus Lebendspenden. Der Anteil der KfH-Patientinnen und Patienten an den bundesweiten Nierentransplantationen lag 2025 bei 23,5 Prozent.
KfH spricht sich für die Widerspruchslösung aus
Die aktuelle Debatte im Deutschen Bundestag, in der eine fraktionsübergreifende Gruppe einen Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung vorgestellt hat, während eine zweite Gruppe auf die Stärkung der Freiwilligkeit setzt, zeigt: Das Thema Organspende bewegt die Gesellschaft. Das KfH begrüßt den Gesetzentwurf ausdrücklich, denn für Patientinnen und Patienten bedeutet eine erfolgreiche Transplantation die Rückkehr zu einem selbstbestimmten Leben.

