„Die Dialyse zu Hause ist ein medizinisch gleichwertiges Behandlungsverfahren zur Dialyse im Zentrum, aber sie bietet chronisch nierenkranken Menschen mehr zeitliche Flexibilität zur Gestaltung des Alltags, ermöglicht häufig die Beibehaltung der Berufstätigkeit und trägt damit zu mehr Lebensqualität bei“, berichtet Dr. med. Kristina Streeck. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Dr. med. Karin Mathieu-Koch leitet die Nierenspezialistin das KfH-Nierenzentrum Neuwied. Mit ihrem Team vor Ort haben die beiden Ärztinnen in den vergangenen sechs Jahren die Dialyse zu Hause (Heimdialyse) als Behandlungsoption für nierenkranke Menschen aus Neuwied und Umgebung auf- und ausgebaut. Auf dem 15. Kölner Heimdialysekongress des KfH im Kölner Gürzenich wurde das KfH-Nierenzentrum Neuwied deshalb für sein besonderes Team-Engagement zur Förderung der Heimdialyse ausgezeichnet: Neben einem Glas-Award und einer Urkunde gab es auch eine Zuwendung für das KfH-Team in Höhe von 2.000 Euro.
Obwohl die Heimdialyse für viele Patientinnen und Patienten klare Vorteile hat, ist dieses Behandlungsverfahren in Deutschland im internationalen Vergleich bislang unterrepräsentiert: Bundesweit weniger als sieben Prozent der dialysepflichtigen Menschen behandeln sich selbst zu Hause. Im KfH-Nierenzentrum Neuwied liegt der Heimdialyseanteil aktuell hingegen bei knapp 13 Prozent. Geschafft hat das KfH-Team dies unter anderem durch eine besonders praxisnahe, persönliche Aufklärung der Patientinnen und Patienten. Für die Betreuung ihrer Heimdialyse-Patientinnen und -Patienten entwickelten sie gemeinsam im Team eigene Schulungs- und Arbeitsmaterialien, um ihnen mehr Sicherheit für ihre Dialyse zu Hause zu geben. Die gute Zusammenarbeit im Team aber auch die aktive Vernetzung mit dem kooperierenden Krankenhaus zur Vorbereitung der Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) sind weitere Gründe dafür, dass sich in Neuwied eine kontinuierlich wachsende Zahl von Patientinnen und Patienten dafür entschieden haben.
