Anfang 1986 erhielt Sabine Frank ihre erste Dialysebehandlung: Eine erblich bedingte Nierenerkrankung hatte dazu geführt, dass die lebenswichtigen Organe ihre Arbeit einstellten. Eine Nierentransplantation ermöglichte ihr einige Jahre ohne Dialyse, so dass sie nur noch zu den Kontrolluntersuchungen in das KfH-Nierenzentrum Frankfurt-Niederrad musste. Seit der Abstoßung der Spenderniere im Frühjahr 1995 ist Sabine Frank aber wieder dreimal wöchentlich für mehrere Stunden zur lebensnotwendigen Dialysebehandlung dort. Die heute 62-Jährige hat sich während der ganzen Jahre nicht unterkriegen lassen – weder von ihrer Erblindung Ende 2020 noch von der Notwendigkeit der regelmäßigen Dialysebehandlung. „Ohne Dialyse kein Leben. Der Dialyse habe ich inzwischen immerhin zwei Drittel meines Lebens zu verdanken“, berichtet sie. Und diese Jahre seien auch angefüllt gewesen mit vielen tollen Erlebnissen: Gemeinsam mit ihrem Ehemann unternimmt sie sowohl Ausflüge mit dem Tandem als auch Urlaubsreisen mit Feriendialyse, engagierte sich im Blindenbund und im Dialyseverein. Und nach so vielen Jahren fühle sie sich im KfH-Nierenzentrum auch ein bisschen zuhause: „Man kennt sich sehr gut, unterhält sich auch mal über Privates, es gibt ein großes, gegenseitiges Vertrauen“.
50 Jahre KfH Frankfurt-Niederrad: Von der Dialyse zur umfassenden Nephrologie
Mit der Eröffnung des KfH-Nierenzentrums im Schleusenweg 22 legte das KfH im Januar 1976 den Grundstein für eine wohnortnahe Dialyseversorgung in Frankfurt‑Niederrad – mit zunächst 16 Dialyseplätzen. 1988 wurde das Gebäude um einen Anbau mit zusätzlichen Behandlungsplätzen erweitert – heute stehen insgesamt 42 Dialyseplätze zur Verfügung, und die Behandlung wird auch als Heimdialyse zuhause ermöglicht. In der nephrologischen Sprechstunde stellt das KfH-Team unter der ärztlichen Leitung von Ulrike Plankensteiner und Dr. med. Steffi Szymczak darüber hinaus die Diagnostik und Therapie des gesamten Spektrums von Nieren- und Hochdruckerkrankungen sicher. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der präventiven Behandlung: Das Fortschreiten von Nierenschädigungen soll verhindert oder zumindest verlangsamt werden, so dass keine Folge- und Begleiterkrankungen entstehen.
