Nierenerkrankungen entwickeln sich zu einer Volkskrankheit: Etwa jeder zehnte Mensch in Deutschland weist eine Einschränkung der Nierenfunktion auf, die unbehandelt zu einer chronischen Nierenerkrankung führen kann. Oftmals werden jedoch die Warnhinweise des Körpers nicht in Verbindung mit einer Erkrankung der Nieren gebracht – aber je eher eine Nierenerkrankung erkannt und behandelt wird, desto größer ist die Chance, das Fortschreiten zu verhindern.
Die Nieren sind Hochleistungsorgane: Die gesamte Blutmenge eines Menschen, das sind fünf bis sechs Liter, fließt etwa 300-mal Mal täglich durch die Nieren, wird dort gefiltert und von Giftstoffen befreit. Allerdings sind die feinen Gefäße, die diese Arbeit leisten, empfindlich – und erste Schädigungen verursachen meist keine Schmerzen. Deshalb spielt gerade bei möglichen Schädigungen der Nieren die Früherkennung eine zentrale Rolle. Nierenschutz bedeutet daher vor allem, Risiken zu minimieren, Warnsignale ernst zu nehmen und regelmäßige Kontrollen wahrzunehmen.
„Besonders gefährdet sind Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck, starkem Übergewicht oder einem Alter über 60 Jahre. Sie sollten ihre Nierenfunktion einmal jährlich überprüfen lassen“, rät Beige. Ein einfacher Blut- und Urintest in der hausärztlichen Praxis könne bereits Hinweise auf eine nachlassende Nierenleistung geben. Das KfH-Nierenzentrum arbeitet deshalb eng mit den Hausärztinnen und Hausärzten zusammen und unterstützt bei der Abklärung auffälliger Befunde. So soll sichergestellt werden, dass bei ersten Anzeichen einer Nierenschädigung keine wertvolle Zeit verloren geht.
Wie man seine Nieren im Alltag schützt, warum Bluthochdruck und Diabetes die Nieren belasten und welche Maßnahmen zur Vorbeugung greifen, sind nur einige Fragen, auf die Prof. Dr. med. Joachim Beige am KfH-Expertentelefon die Antworten weiß.

