29.05.2017 | Neu-Isenburg/Lohr

Leben nach Transplantation: Man lebt bewusster

Am 3. Juni 2017 ist Tag der Organspende. Er soll die Menschen dazu anregen, sich mit dem Thema Organspende zu beschäftigen und eine bewusste Entscheidung für oder gegen die Organspende zu treffen. „Der 3. Juni ist damit ein entscheidender Termin, um öffentlichkeitswirksam einen Impuls für die Beschäftigung mit dem Thema Organspende zu geben“, erklärt Dr. med. Christof Blaser, leitender Arzt im KfH-Nierenzentrum Lohr. Als Nephrologe liege ihm an diesem Tag besonders am Herzen, auf die Situation der chronisch nierenkranken Patienten auf der Warteliste aufmerksam zu machen: Von den über 10.000 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan warten rund 8.000 auf eine Nierentransplantation.

Als Gerhard Müller im Jahr 2000 dialysepflichtig wurde, konnte keiner dem damals 35-Jährigen sagen, wann für ihn eine Spenderniere zur Verfügung stehen würde. Es folgten 5 Jahre und 3 Monate auf der Warteliste; überleben konnte er dank Dialyse. Behandelt und begleitet wurde er während dieser Zeit vom Team des KfH-Nierenzentrums Lohr. Im Februar 2005 erhielt er dann die langersehnte Nachricht, dass eine postmortal gespendete Niere für ihn zur Transplantation zur Verfügung steht. „Danach lebt man einfach bewusster“, erinnert sich der heute 52-Jährige. Statt dreimal in der Woche eine Dialysebehandlung durchzuführen, erfolgt heute nur noch alle 10 bis 12 Wochen die turnusmäßige Nachsorgeuntersuchung im KfH-Nierenzentrum Lohr.

„Aus unseren Sprechstunden zur Transplantationsnachsorge wissen wir, wie glücklich und dankbar unsere Dialysepatienten nach einer erfolgreichen Nierentransplantation sind“, berichtet Dr. Blaser. Neben der regelmäßigen Einnahme der Medikamente gegen eine mögliche Abstoßung sowie der Selbstkontrolle des Patienten, sind die Nachsorgeuntersuchungen äußerst wichtig. Hier schaut der behandelnde Nephrologe nach Unregelmäßigkeiten, die auf eine mögliche Abstoßung des Spenderorgans hinweisen. So können entsprechende Anzeichen rechtzeitig bemerkt und zeitnah behandelt werden.

„Dank der Organspendebereitschaft eines anderen Menschen konnte Gerhard Müller mit einer neuen Niere geholfen werden“, resümiert der Nierenspezialist. Sein Einverständnis zu einer Organspende könne man am besten in einem Organspendeausweis dokumentieren, erklärt er weiter. Organspendeausweise seien im KfH-Nierenzentrum Lohr ebenso erhältlich wie in vielen anderen Gesundheitseinrichtungen und Apotheken. „Denn im Organspendeausweis kann jeder zu Lebzeiten seine Entscheidung dokumentieren, so dass der Wille im Todesfall berücksichtigt werden kann“, so Dr. Blaser. 

Foto: Organspendeausweis

Bildunterschrift:
Organspende pro oder kontra? Im Organspendeausweis kann jeder zu Lebzeiten seine Entscheidung dokumentieren, so dass der Wille im Todesfall berücksichtigt werden kann. Ein Organspendeausweis steht auf www.kfh.de zum Download zur Verfügung.

Hintergrundinformation:
Im KfH-Nierenzentrum Lohr werden nierenkranke Patienten mit der Dialyse behandelt. Darüber hinaus werden in der nephrologischen Sprechstunde die Diagnostik und Therapie chronischer Nierenerkrankungen, das frühzeitige Erkennen von Risikofaktoren sowie die Versorgung der Patienten vor und nach einer Nierentransplantation sichergestellt (www.kfh.de/lohr).

Das gemeinnützige KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. steht für eine qualitativ hochwertige und integrative nephrologische Versorgung nierenkranker Patienten. Es wurde im Jahr 1969 gegründet und ist damit zugleich der älteste und größte Dialyseanbieter in Deutschland. In über 200 KfH-Zentren werden über 18.800 Dialysepatienten sowie aktuell rund 63.000 Sprechstundenpatienten (Stand I. Quartal 2017) umfassend behandelt.

 

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