04.06.2014 | Neu-Isenburg/Dessau

Mehr Unabhängigkeit und Lebensqualität dank Organspende

Dank einer gespendeten Niere kann KfH-Patientin Annelene Bormann ein neues Leben führen. Auch ihr Bruder Manfred Scherfel erhielt im Oktober 2007 eine neue Niere.

Unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ rufen Patientenverbände und zahlreiche Institutionen zum Tag der Organspende am 7. Juni dazu auf, sich mit dem Thema Organspende zu beschäftigen, um somit zu Lebzeiten eine bewusste Entscheidung treffen zu können.

Zahl der Organspender ist seit 2011 stark rückläufig

Während im Jahr 2010 noch 1296 Menschen zu einer Organspende bereit waren, sank diese Zahl bis zum Jahr 2013 auf 876 Spender, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation mitteilt. Vor allem bei der Spende von Nieren und Lebern zeichnet sich ein starker Rückgang ab. Gleichzeitig benötigten 2013 fast 11.000 Menschen ein Spenderorgan. Allein etwa 8.000 davon warten auf eine Niere – durchschnittlich zwischen sechs und acht Jahren. Diese Menschen können die Wartezeit dank der Dialysebehandlung überleben.

Jedes gespendete Organ bedeutet die Chance auf ein neues Leben

So wie im Fall von KfH-Patientin Annelene Bormann. Im Alter von 41 Jahren stellten ihre Nieren die Funktion ein, so dass sie sich dreimal in der Woche der mehrstündigen Dialysebehandlung unterziehen musste. Als Annelene Bormann nach sieben Jahren im September 2006 eine postmortal gespendete Niere erhielt, war ihre Freude groß. Nach der erfolgreichen Transplantation muss sie heute nur noch alle vier Wochen zur Nachsorge zu ihren behandelnden Ärztinnen Dr. med. Carola Striebing und Dr. med. Heike Schlawin ins KfH-Nierenzentrum Dessau. Für dieses neue, unabhängigere Leben ist Annelene Bormann sehr dankbar: „Mein Befinden ist deutlich besser geworden. Ich habe meine Unabhängigkeit wieder erlangt und kann ein aktiveres Leben führen.“

Wie gut es sich mit einer gespendeten Niere leben lässt, weiß auch ihr Bruder Manfred Scherfel. Wie bei seiner Schwester hatte bei ihm eine Erbkrankheit zu der Ausbildung von Zystennieren geführt. Der 58-Jährige war ebenfalls sieben Jahre Dialysepatient im KfH-Nierenzentrum Dessau, bevor er im Oktober 2007 die Niere eines verstorbenen Organspenders erhielt. „Sieben Jahre Warten ist eine lange Zeit. Zwar war die Möglichkeit, nachts zu dialysieren, schon ein echter Gewinn für mein Befinden. Aber seit der Transplantation fühle ich mich fitter und mein ganzes Leben ist besser geworden“, beschreibt Manfred Scherfel sein Leben heute und führt weiter aus: „Besonders freut mich, dass ich nun wieder essen und trinken kann, was und wie ich möchte.“ Dr. Striebing hebt hervor: „Dass die Geschwister die Chance auf ein neues Leben erhalten haben, ist der Organspendebereitschaft anderer Menschen zu verdanken.“

Im Organspendeausweis Entscheidung dokumentieren

Um die eigene Entscheidung pro oder kontra einer Organspende nach dem Tod zu dokumentieren, empfiehlt ihre Kollegin Dr. Schlawin das Ausfüllen des Organspendeausweises. Dieser ist im KfH-Nierenzentrum Dessau genauso wie in vielen anderen Gesundheitseinrichtungen und Apotheken erhältlich. Außerdem steht der Organspendeausweis zum Download auf www.kfh.de zur Verfügung.

 

Hintergrundinformation:

Im KfH-Nierenzentrum Dessau werden zum einen in der nephrologischen Sprechstunde die Diagnostik und Therapie chronischer Nierenerkrankungen, das frühzeitige Erkennen von Risikofaktoren sowie die Versorgung der Patienten vor und nach einer Nierentransplantation sichergestellt. Zum anderen werden nierenkranke Patienten mit der Dialyse behandelt (www.kfh.de/dessau).

Das gemeinnützige KfH – Träger des KfH-Nierenzentrums – steht für eine qualitativ hochwertige und integrative nephrologische Versorgung nierenkranker Patienten. Es wurde im Jahr 1969 gegründet und ist damit zugleich der älteste und größte Dialyseanbieter in Deutschland. In über 200 KfH-Zentren werden rund 18.500 Dialysepatienten sowie fast 50.000 Sprechstundenpatienten umfassend behandelt.

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