28.05.2013 | Neumarkt

„Man fühlt sich wie neugeboren!“

KfH-Patientin Gabriele Raster wartete ein Jahr – dann erhielt sie eine neue Niere. Als diese Niere ebenfalls versagte, musste sie noch einmal sechs Jahre auf ein Spenderorgan warten.

Tag der Organspende appelliert an die Organspendebereitschaft in der Bevölkerung.

Am 1. Juni ist der Tag der Organspende, der auch in diesem Jahr wieder unter dem Motto: "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig." steht. Rund 12.000 Menschen stehen auf der Warteliste für ein neues Organ, nur etwa einem Drittel kann mit einer Transplantation geholfen werden. Allein etwa 8.000 Menschen warten auf eine Niere – durchschnittlich zwischen sechs und acht Jahren. Diese Menschen können nur dank der Dialysebehandlung überleben. Grund für den Organmangel sind die geringen Organspendezahlen, die im letzten Jahr noch weiter zurückgegangen sind: Im Jahr 2012 konnten nur 2.586 Nierentransplantationen (nach postmortaler Organspende und Lebendspende) durchgeführt werden; 2011 waren es noch 2.850 Nierentransplantationen. Deshalb wirbt der Tag der Organspende für die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema: damit mehr Menschen "Ja" zur Organspende sagen.

Wie gut es sich mit einer gespendeten Niere lebt, weiß Gabriele Raster. Die 51-Jährige ist Patientin im KfH-Nierenzentrum Neumarkt. Aus unbekannten Gründen versagten ihre Nieren, als sie 26 war und sie wurde Dialysepatientin. Ein Jahr später erhielt sie ihre erste Nierenspende von ihrer Schwester – die neue Niere funktionierte 18 Jahre einwandfrei und versagte dann ebenfalls. Nach sechs Jahren, in denen Gabriele Raster wieder dreimal wöchentlich auf die regelmäßige Dialysebehandlung im KfH-Nierenzentrum Neumarkt angewiesen war, erhielt sie im März 2012 die Niere eines verstorbenen Organspenders. Heute geht sie nur noch alle zwei bis drei Monate zur Transplantationsnachsorge zu ihrer behandelnden Nephrologin, Dr. med. Annette Heider. „Es ist einfach schön. Man fühlt sich wie neugeboren. Ich freue mich auf jeden Tag neu“, sagt Gabriele Raster. Und Dr. Heider ergänzt: „Dank der Organspendebereitschaft eines anderen Menschen konnte Frau Raster mit einer neuen Niere geholfen werden.“ Sein Einverständnis zu einer Organspende könne man am besten in einem Organspendeausweis dokumentieren, erklärt die Medizinerin. Organspendeausweise seien im KfH-Nierenzentrum Neumarkt ebenso erhältlich wie in vielen anderen Gesundheitseinrichtungen und Apotheken.

Hintergrundinformationen:

Im KfH-Nierenzentrum Neumarkt werden chronisch nierenkranke Patienten mit der Dialyse (Hämodialyse und Peritonealdialyse) behandelt. Auch Patienten, die selbständig zuhause dialysieren, werden vom Team des KfH-Nierenzentrums sowohl beim Heimdialysetraining als auch in den ärztlichen Sprechstunden betreut. Darüber hinaus werden in der nephrologischen Sprechstunde die Diagnostik und Therapie chronischer Nierenerkrankungen, das frühzeitige Erkennen von Risikofaktoren sowie die Versorgung der Patienten vor und nach einer Nierentransplantation sichergestellt.

Das gemeinnützige KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. ist Träger des KfH-Nierenzentrums Neumarkt und war 1969 Wegbereiter und Schrittmacher für eine flächendeckende Dialyseversorgung in Deutschland. Seitdem setzt sich das KfH für eine nachhaltige Verbesserung der medizinischen Versorgung von chronisch nierenkranken Patienten ein. Bundesweit gibt es mehr als 200 KfH-Behandlungseinrichtungen, 75 davon in Bayern.

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