24.05.2013 | Linnich

Wie ein zweiter Geburtstag

KfH-Patientin Magdalena Kreutzer wartete zwei Jahre – dann erhielt sie eine neue Niere. Rudolf Bernhardt musste sogar neuneinhalb Jahre warten, bis er ein Spenderorgan erhielt.

Tag der Organspende appelliert an die Organspendebereitschaft in der Bevölkerung.

Am 1. Juni ist der Tag der Organspende, der auch in diesem Jahr wieder unter dem Motto: "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig." steht. Rund 12.000 Menschen stehen auf der Warteliste für ein neues Organ, nur etwa einem Drittel kann mit einer Transplantation geholfen werden. Allein etwa 8.000 Menschen warten auf eine Niere – durchschnittlich zwischen sechs und acht Jahren. Diese Menschen können nur dank der Dialysebehandlung überleben. Grund für den Organmangel sind die geringen Organspendezahlen, die im letzten Jahr noch weiter zurückgegangen sind: Im Jahr 2012 konnten nur 2.586 Nierentransplantationen (nach postmortaler Organspende und Lebendspende) durchgeführt werden; 2011 waren es noch 2.850 Nierentransplantationen. Deshalb wirbt der Tag der Organspende für die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema: damit mehr Menschen "Ja" zur Organspende sagen.

Magdalena Kreutzer erhielt die Niere eines anderen Menschen und ist dafür sehr dankbar: Im Alter von 33 Jahren versagten ihre Nieren, verursacht durch diabetische Nephropathie, also eines chronischen Nierenversagens wegen eines Diabetes mellitus Typ I. Bevor sie im April 2000 eine postmortal gespendete Niere sowie eine Bauchspeicheldrüse erhielt, war sie zwei Jahre Dialysepatientin im KfH-Nierenzentrum Linnich. Heute geht sie nur noch einmal im Quartal zur Nachsorge zu ihrer behandelnden Ärztin, Dr. med. Waltraud Hofmann. „Die Transplantation hat mir ein zweites und vor allem freieres Leben geschenkt. Heute genieße ich es, den Tag nach meinen Wünschen zu gestalten. Vorher bestand mein Leben aus Insulin, Zuckermessungen, Broteinheiten, der langen Zeit an der Dialyse und dem ständigen Durst“, so Magdalena Kreutzer.

Auch Rudolf Bernhardt lebt mit einer neuen Niere. Mit 35 Jahren versagten seine eigenen Nieren wegen einer Erbkrankheit, die zur Ausbildung von Zystennieren führt. Bevor er im Februar 2002 die Nieren eines verstorbenen Organspenders erhielt, war er neuneinhalb Jahre lang Dialysepatient im KfH-Nierenzentrum Linnich. Heute muss er nur noch alle vier Monate zur Transplantationsnachsorge dorthin. „Für mich ist der Tag meiner Transplantation wie ein zweiter Geburtstag“, sagt Rudolf Bernhardt. Und Dr. Hofmann ergänzt: „Dank der Organspendebereitschaft eines anderen Menschen konnte diesen beiden Menschen mit einer neuen Niere geholfen werden.“ Sein Einverständnis zu einer Organspende könne man am besten in einem Organspendeausweis dokumentieren, erklärt die Medizinerin. Organspendeausweise seien im KfH-Nierenzentrum Linnich ebenso erhältlich wie in vielen anderen Gesundheitseinrichtungen und Apotheken.

Hintergrundinformationen:

Im KfH-Nierenzentrum Linnich werden chronisch nierenkranke Patienten mit der Dialyse (Hämodialyse und Peritonealdialyse) behandelt. Auch Patienten, die selbständig zuhause dialysieren, werden vom Team des KfH-Nierenzentrums  sowohl beim Heimdialysetraining als auch in den ärztlichen Sprechstunden  betreut. Darüber hinaus werden in der nephrologischen Sprechstunde – in Kooperation mit der internistisch-nephrologischen Facharztpraxis von Dr. med. Waltraud Hofmann – die Diagnostik und Therapie chronischer Nierenerkrankungen, das frühzeitige Erkennen von Risikofaktoren wie z.B. Bluthochdruck sowie die Versorgung der Patienten vor und nach einer Nierentransplantation sichergestellt.

Das gemeinnützige KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. ist Träger des KfH-Nierenzentrums Linnich und war 1969 Wegbereiter und Schrittmacher für eine flächendeckende Dialyseversorgung in Deutschland. Seitdem setzt sich das KfH für eine nachhaltige Verbesserung der medizinischen Versorgung von chronisch nierenkranken Patienten ein. Bundesweit gibt es mehr als 200 KfH-Behandlungseinrichtungen, 43 davon in Nordrhein-Westfalen.

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