01.06.2016 | Neu-Isenburg/Neumarkt

„Ich kann wieder mit beiden Beinen im Leben stehen!“

Der Tag der Organspende am 4. Juni will auf das Thema Organspende aufmerksam machen und zu einer Entscheidung motivieren. Über 10.000 Menschen mit chronischen Erkrankungen stehen auf der Warteliste für ein Spenderorgan, rund 7.800 davon warten auf eine neue Niere. 2015 konnten bundesweit 2.195 Nierentransplantationen durchgeführt werden, nahezu 30 Prozent davon nach einer Nieren-Lebendspende.

Franz Neger hatte Glück im Unglück. Der heute 51-Jährige litt an Zystennieren, einer erblich bedingten Nierenerkrankung. Als die Erkrankung zum Nierenversagen führte, musste er dreimal wöchentlich zur Dialyse ins KfH-Nierenzentrum Neumarkt. Weil seine Frau ihm eine Niere spendete, konnte er nach mehr als sieben Jahren an der Dialyse transplantiert werden. „Ich kann wieder mit beiden Beinen im Leben stehen“, so Franz Neger heute. Statt dreimal wöchentlich zur Dialysebehandlung zu müssen, erfolgt nur noch alle acht Wochen die Transplantationsnachsorge im KfH-Nierenzentrum Neumarkt bei Dr. med. Josef Wopperer. „Neben der regelmäßigen Einnahme der Medikamente gegen eine mögliche Abstoßung und der Selbstkontrolle des Patienten sind diese Nachsorgeuntersuchungen wichtig, um Unregelmäßigkeiten, die auf eine Abstoßung des Spenderorgans hinweisen können, rechtzeitig zu bemerken und zeitnah behandeln zu können“, so Wopperer, leitender Arzt des KfH-Nierenzentrums Neumarkt.

Nicht jeder Patient mit einem chronischen Nierenversagen könne oder wolle für eine Transplantation angemeldet werden“, erklärt der Nierenspezialist Wopperer. Zum Teil wäre eine Transplantation aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, ohne das Leben des Patienten zu gefährden, zum anderen gäbe es auch Patienten, die aus persönlichen Gründen nicht mit der Niere eines anderen Menschen leben wollten. „Grundsätzlich wird aber die Nierentransplantation als das Verfahren mit der höheren Lebensqualität angesehen“, informiert der Mediziner. Doch die Wartezeit auf eine neue Niere ist lang, durchschnittlich sechs bis acht Jahre. „Die Patienten sind darauf angewiesen, dass Menschen nach dem eigenen Tod bereit sind, ihre Organe zu spenden“, so Wopperer. Der Tag der Organspende rufe daher dazu auf, sich mit dem Thema zu Lebzeiten zu beschäftigen, um eine Entscheidung pro oder kontra Organspende zu treffen und diese in einem Organspendeausweis zu dokumentieren. Organspendeausweise stehen auf www.kfh.de zum Download zur Verfügung.

Hintergrundinformation:

Im KfH-Nierenzentrum Neumarkt (www.kfh.de/neumarkt) werden chronisch nierenkranke Patienten mit der Dialyse behandelt. Darüber hinaus erfolgen in der nephrologischen Sprechstunde die Diagnostik und Therapie chronischer Nierenerkrankungen, das frühzeitige Erkennen von Risikofaktoren, die Behandlung von Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck und die Betreuung von Patienten vor und nach einer Nierentransplantation.

Das gemeinnützige KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e. V. – Träger des KfH-Nierenzentrums – steht für eine qualitativ hochwertige und integrative nephrologische Versorgung nierenkranker Patienten. Es wurde im Jahr 1969 gegründet und ist damit zugleich der älteste und größte Dialyseanbieter in Deutschland. In über 200 KfH-Zentren werden rund 18.700 Dialysepatienten sowie aktuell über 60.000 Sprechstundenpatienten umfassend behandelt.

Bildunterschrift:

Durch die Nierenspende seiner Ehefrau Ivonne kann Franz Neger wieder ein nahezu unbeschwertes Leben führen. (Foto: privat)

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