12.05.2016 | Neu-Isenburg / Hagen

Bluthochdruck wird oft unterschätzt

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland Bluthochdruck, das heißt, jeder dritte Erwachsene ist von dieser Erkrankung betroffen. Jeder Fünfte weiß nichts von seinem Bluthochdruck und nur knapp 90 Prozent derer, die davon wissen, lassen sich behandeln. „Bluthochdruck wird oftmals unterschätzt, so dass sich als Folge weitere Krankheiten wie zum Beispiel Nierenerkrankungen entwickeln können“, informiert Dr. med. Linus Flitsch-Kiefner, ärztlicher Leiter des KfH-Nierenzentrums Hagen, anlässlich des Welt-Hypertonie-Tages am 17. Mai.

Der Druck, mit dem das Blut vom Herzen durch die Arterien gepumpt wird, wird als Blutdruck bezeichnet. Er stellt die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Körpers sowie aller lebenswichtigen Organe sicher. Komplizierte Regelmechanismen steuern die Anpassung des Blutdrucks an die Anforderungen des Körpers: Bei Anstrengung steigt die Leistung des Herzens und damit der Druck, in der Entspannung normalisiert sich der Blutdruck wieder. Bei einer dauerhaften Erhöhung des Blutdrucks auch im Ruhezustand spricht man von Bluthochdruck.

„Bluthochdruck ist eine stille Gefahr: In den meisten Fällen bemerkt man zu hohen Blutdruck gar nicht, da er alleine keine Beschwerden verursacht“, so Flitsch-Kiefner. Aber durch Bluthochdruck können wichtige Organe wie Herz, Gehirn und Augen geschädigt werden. Auch auf die Nieren würden sich dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte auswirken, da der Hochdruck die feinen Blutgefäße schädigt, die das Blut filtern. Deshalb sei es wichtig, seine Blutdruckwerte zu kennen und erhöhte Werte ernst zu nehmen. „Man kann aber auch selbst viel dafür tun, Bluthochdruck gar nicht erst entstehen zu lassen, indem man ungünstige Lebensumstände (wie z.B. Bewegungsmangel, Übergewicht, hohen Salz-, Alkohol- oder Nikotinkonsum oder ungesunden Umgang mit Stress) vermeidet“, erklärt sein Kollege Alexander Weinreis.

Als Fachärzte für Nieren- und Hochdruckerkrankungen und aus ihrer täglichen Praxis wissen beide, dass Bluthochdruck bei Patienten mit Nierenerkrankungen eine besondere Rolle spielt: „Zum einen wirkt sich Bluthochdruck auf die Ausbildung und den Verlauf einer chronischen Nierenerkrankung aus. Zum anderen können durch eine Nierenerkrankung die Regulationsmechanismen für den Blutdruck gestört werden, so dass eine Nierenschädigung ihrerseits Bluthochdruck zur Folge haben kann.“ Eine gute Blutdruckeinstellung sei für alle Patienten mit Bluthochdruck wichtig – für nierenkranke Patienten gelte das in besonderem Maße. „Wenn sich der Blutdruck nicht durch eine gesunde Lebensweise senken lässt, muss die Behandlung durch eine gezielte medikamentöse Therapie erfolgen.“

„Bluthochdruck. Werte senken - Nieren schützen“ heißt eine KfH-Broschüre, die weitere Informationen und praktische Tipps zum Thema Bluthochdruck enthält. Wissenswertes zu einer bewussten, salzarmen Ernährung ist in der KfH-Broschüre „Salz“ zusammengefasst. Beide Broschüren können auf www.kfh.de heruntergeladen oder über info@kfh-dialyse.de bestellt werden.

Hintergrundinformation:

Im KfH-Nierenzentrum Hagen (www.kfh.de/hagen) werden chronisch nierenkranke Patienten mit der Dialyse behandelt. Darüber hinaus erfolgen in der nephrologischen Sprechstunde die Diagnostik und Therapie chronischer Nierenerkrankungen, das frühzeitige Erkennen von Risikofaktoren, die Behandlung von Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck und die Betreuung von Patienten vor und nach einer Nierentransplantation.

Das gemeinnützige KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. – Träger des KfH-Nierenzentrums – steht für eine qualitativ hochwertige und integrative nephrologische Versorgung nierenkranker Patienten. Es wurde im Jahr 1969 gegründet und ist damit zugleich der älteste und größte Dialyseanbieter in Deutschland. In über 200 KfH-Zentren werden rund 18.700 Dialysepatienten sowie fast 60.000 Sprechstundenpatienten umfassend behandelt.

Bildunterschrift:

„Um Folgeerkrankungen zu vermeiden, ist es wichtig, seine Blutdruckwerte zu kennen und erhöhte Werte auch konsequent zu senken“, so Dr. med. Linus Flitsch-Kiefner und Alexander Weinreis aus dem KfH-Nierenzentrum Hagen anlässlich des Welt-Hypertonie-Tages am 17. Mai.
Fotos: KfH

Presse
  • KfH-Zentren
  • Für Patienten
  • Über das KfH
  • Arbeiten im KfH
  • Presse
  • Infomaterial
Zentren bundesweit
  • Nierenzentren
  • MVZ
Zentren in Ihrer Nähe
  • Ansprechpartner
  • Pressemitteilungen