09.11.2015 | Neu-Isenburg/Ochsenfurt

Gesunde Nieren trotz Diabetes

Durch frühzeitige und fachübergreifende Behandlung sowie aktive Mitarbeit des Patienten können auch bei einer Diabeteserkrankung die Nieren geschützt werden.

In Deutschland sind etwa sechs Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt. Als Folge davon leiden 20 bis 40 Prozent an einer Schädigung der Nieren. Mehr als 2.000 Menschen pro Jahr müssen deshalb sogar mit der meist lebenslangen Dialysebehandlung beginnen. Aus diesem Grund weist der Ochsenfurter KfH-Experte Dr. med. Florian Swoboda anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November auf die Bedeutung einer frühzeitigen und koordinierten Behandlung von Diabetes hin.

„In den Industrieländern ist Diabetes mittlerweile die häufigste Ursache für die Entwicklung eines chronischen Nierenversagens“, erläutert Dr. med. Florian Swoboda, Facharzt für Nieren- und Hochdruckerkrankungen und Diabetologe. Durch eine frühzeitige Diagnostik und Therapie sowie die enge und fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Diabetologen und Nephrologen könnten mögliche Risikofaktoren einer Diabeteserkrankung frühzeitig erkannt und Komplikationen vermieden werden.

Die Gefahr bei einer Diabeteserkrankung ist, dass sie häufig zu spät erkannt wird: Ein anhaltend zu hoher Blutzucker bei nicht erkanntem oder nicht ausreichend behandeltem Diabetes schädigt die Kleinstgefäße in den Nieren, die das Blut filtern. „Diese Gefäße verlieren dann mit der Zeit ihre Funktion und sterben ab. Die Folge ist eine abnehmende Leistungsfähigkeit der Nieren, die dann das Blut nicht mehr ausreichend reinigen können“, erklärt der leitende Arzt des KfH-Nierenzentrums Ochsenfurt. Neben den medizinischen Maßnahmen wie einer guten Blutzucker- und Blutdruckeinstellung sowie der regelmäßigen Überprüfung der Nierenwerte im Blut und des Urins auf Eiweiß sei vor allem die kontinuierliche Mitarbeit des Patienten wichtig, um Schäden an den Nieren zu verhindern, betont Swoboda. „Das beginnt bei einem gesunden Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung,  höchstens moderatem Alkoholkonsum sowie Nikotinverzicht.“

Diabetes mellitus entsteht, weil entweder die Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin produziert oder der Körper nicht ausreichend auf Insulin anspricht. Beides verursacht eine dauerhafte Steigerung des Blutzuckers. Weitere Informationen enthält die KfH-Broschüre „Diabetes mellitus – Nierenfunktion durch rechtzeitige Behandlung stabilisieren“. Sie steht auf www.kfh.de zum Download zur Verfügung und kann per Mail (info@kfh-dialyse.de) bestellt werden. Informationen rund um die Nieren gibt es auch auf www.nierenwissen.de.

Hintergrundinformation:

Im KfH-Nierenzentrum Ochsenfurt (www.kfh.de/ochsenfurt) werden chronisch nierenkranke Patienten mit der Dialyse behandelt. Zum Aufgabenspektrum gehören auch die Diagnostik und Therapie chronischer Nierenerkrankungen, das frühzeitige Erkennen von Risikofaktoren – wie Bluthochdruck und Diabetes – sowie die Versorgung der Patienten vor und nach einer Nierentransplantation im Rahmen der nephrologischen Sprechstunde. Es besteht eine enge Kooperation mit der internistisch-nephrologischen Gemeinschaftspraxis und Diabetologischen Schwerpunktpraxis von Dr. med. Heinz Baudenbacher und Dr. med. Florian Swoboda (im selben Haus).

Das gemeinnützige KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. – Träger des KfH-Nierenzentrums Ochsenfurt – steht seit mehr als 45 Jahren für eine qualitativ hochwertige und integrative nephrologische Versorgung nierenkranker Patienten. Es wurde im Jahr 1969 gegründet und ist damit zugleich der älteste und größte Dialyseanbieter in Deutschland. In über 200 KfH-Zentren werden rund 18.800 Dialysepatienten sowie mehr als 57.000 Sprechstundenpatienten umfassend behandelt.

Bildunterschrift:

„Durch eine gute und enge Zusammenarbeit zwischen Patienten, Hausärzten, Diabetologen und Nephrologen können mögliche Risikofaktoren einer Diabeteserkrankung frühzeitig erkannt und Komplikationen oft vermieden werden“, weiß der Ochsenfurter KfH-Experte Dr. med. Florian Swoboda.

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