25.06.2014 | Berlin

90 Jahre Dialyse

Trotz guter Behandlungsmöglichkeiten von Nierenerkrankungen - kein Grund zur Entwarnung

In Berlin begehen die Nephrologen Deutschlands heute den 90. Jahrestag der Dialyse. 1924 führte der Gießener Internist Georg Haas die erste Dialyse durch und bewies damit, dass eine „Blutwäsche“ am lebenden Menschen möglich ist. Diesem medizinischen Durchbruch, der damals selbst von Experten belächelt wurde, verdanken heute rund 80.000 Nierenpatienten in Deutschland ihr Leben. Noch heute ist die Dialyse das einzige Therapieverfahren, das ein Organ dauerhaft ersetzen kann.

„Die nephrologische Versorgung in Deutschland ist von einer hohen Qualität gekennzeichnet. Wer heute an einer Nierenerkrankung leidet, kann damit rechnen, bestens behandelt zu werden, unabhängig vom Wohnort und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft“, erklärte Ulla Schmidt, Bundestagsvizepräsidentin und Bundesministerin für Gesundheit a. D., in einem Grußwort.

Die medizinischen und technischen Entwicklungen erlauben Nieren­patienten heute eine wesentlich höhere Lebensqualität als vor einigen Jahrzehnten: Die Dialysegeräte lassen sich mittlerweile individuell auf die Patienten einstellen. Die Heim- und Nachtdialyse ermöglicht einigen Patienten sogar die Berufstätigkeit. Und auch Reisen ist trotz Dialyse möglich.

Auch hat sich das noch junge Berufsbild des Nephrologen stark gewandelt: „Nephrologen sind nicht nur hochspezialisierte Fachärzte, sondern ebenso ‚Disease-Manager’. Weil Nierenerkrankungen immer Auswirkungen auf den gesamten menschlichen Organismus haben, denken und behandeln Neph­rologen interdisziplinär und kooperieren eng mit Hausärzten, Diabetologen, Kardiologen und Geriatern“, sagt Prof. Jürgen Floege, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN).

Doch trotz der guten Behandlungsmethoden gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Denn es sind oft die bekannten Volkskrankheiten, wie Diabetes mellitus und Bluthoch­druck, die Nierenerkrankungen hervorrufen. „Wir als Nephrologen möchten die Bevöl­ke­rung umfassend aufklären, denn viele Warnhinweise des Körpers werden nicht in Verbindung mit Erkrankungen der Nieren gebracht. Es gibt aber heute gute Behand­lungs­möglichkeiten chronischer Nierenerkrankungen. Können Präventivmaßnahmen und eine medikamentöse Behandlung die Notwendigkeit einer Dialysetherapie nicht verhindern, bieten Nephrologen ihren Patienten täglich eine 24-Stunden-Betreuung auf höchstem Niveau. Durch die Dialyse wird nicht nur das Überleben der Patienten sondern auch der Erhalt einer zufriedenstellenden Lebensqualität ermöglicht“, sagt Dr. Michael Daschner, Vorstandsvorsitzender des Verbands Deutsche Nierenzentren (DN) e. V.

Anlässlich des Jubiläumsjahres starten die Nephrologen deshalb eine Kampagne. Unter dem Motto „Ihre Nieren liegen uns am Herzen“ möchten sie das Bewusstsein für Prävention und für die Situation nierenkranker Menschen schärfen sowie das Fachgebiet der Nephrologie bekannter machen. Die auf der Festveranstaltung vor­gestellten Kampagnenmotive zeigen Menschen, die trotz Nierenerkrankungen dank bester medizinischer Versorgung mitten im Leben stehen – wie zum Beispiel Maya Hügle. Die 58-jährige Aachenerin ist seit ihrem 19. Lebensjahr auf eine Nierenersatz­therapie angewiesen. „Manchmal kann ich gar nicht glauben, dass ich noch da bin“, sagt sie. „Vor 39 Jahren glaubte ich, sterben zu müssen. Das muss heute keiner mehr, wenn die Nieren ihre Funktion aufgeben.“

Die Kampagne wird vom Verband Deutsche Nierenzentren (DN) e. V., der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), vom KfH Kuratorium für Dialyse und Nieren­transplantation e. V. und der PHV Patienten-Heimversorgung Gemeinnützige Stiftung getragen.

Weite Informationen unter:

www.die-nephrologen.de

Pressekontakt:
Pressebüro „Ihre Nieren liegen uns am Herzen“, Markus Heckmann
c/o A&B One Kommunikationsagentur GmbH
Burgstraße 27
10178 Berlin
Telefon: +49 30 24086-604
Fax: +49 180 5 223285
E-Mail: presse@die-nephrologen.de

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